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Geschichte vom klecksenden Affen.

Ein Affe (mit nicht eben viel Geschick)
(und keinem allzu künstlerischen Blick)
(und wenig Ahnung von der Politik)
hielt die Palette einer Republik.
Er staunte baß ob dieser ganzen Farben,
die für sich selbst wie für nichts And'res warben,
und malte einen Umriß grob per Hand,
und warf, mit Wortwitz und nicht viel Verstand,
diverse Kleckse an die weiße Wand:
jeder einzelne ein Buntesland.
          Den Pinsel noch zwei-, dreimal quergezogen,
          entstand der Augenwischerregenbogen,
          ein Ende nirgendwo in Sicht:
          Das Gold zum Schwarz-Rot fand man nicht.

Doch prächtig ist er anzuschau'n,
im Spektrum, nämlich, gibt's kein Braun!
Doch das ist schnell hinzugewischt,
wenn man zum Grünen Rotes mischt.
Und Grünes gab es vielerorts:
Hier verwelkt's und dort verdorrt's.
(Auch dabei wird es meistens braun.
Das wär' ihm sonst nicht zuzutrau'n!)
          Und das Rot zog in Geschwadern
          durch die Landschaft wie durch Adern,
          floß mit mächtig viel Gebaren
          auch in kleinste Kapi(ta)llaren,
          sorgte da und dort und hie
          immer mal für Embolie.
          Jedoch in angemess'ner Zahl,
          es war ja schließlich sehr sozial!

Und wo der Affe Rot sah, sah er Schwarz.
Und es entstand die Farbe namens Hartz,
als beide sich zu einem Klecks verbanden.
(Sie hatten Goethes Farbkreis nicht verstanden.)
(Und nicht nur den.) Und dieses bunte Schwarze
saß auf der Leinwand fest wie eine Warze
          und wie zähe, alte Schlacke
          krustete es auf der Backe,
          sorgte da und dort und hie
          immer mal für Allergie.
          Jedoch in angemess'ner Zahl,
          es war ja schließlich sehr zentral!

Am Schwarzen wiederum hing oft das Gelbe,
gesprenkelhaft verteilt von Inn bis Elbe,
vom tiefsten Osten bis in's ferne Weinland -
nur, kaum erkennbar auf der weißen Leindwand.
Man sah darum, wohl auch Kontrastes wegen,
die Spritzer sich auf große Flächen legen,
um so gekonnt auf Biegen und Erbrechen
mit starkem Hintergrund herauszustechen.
          So wirkte alles etwas gelber,
          sogar das alte Gelbe selber,
          doch zur Mehrheit reicht es nie,
          weder da noch dort noch hie,
          nie mal in angemess'ner Zahl!
          Dabei war's schließlich liberal!

Und so konnt' es seine Achtzehn
nur beim Träumen in der Nacht seh'n,
phantasierte so im Schlummern,
ständig von Prozentenummern,
träumte, daß, rein hypothetisch!,
ganz vielleicht, und, theoretisch ...! -
Doch graue Theorie bestand auch praktisch,
denn alles Bunt verblaßt ja einmal, faktisch,
und so entstanden die/entstand das Grauen,
mit einer Konsistenz sehr alter Frauen
(die mittlerweils – größtenteils – starben;
darum nahm auch der Affe and're Farben).
Doch dieser ach so hübsche Regenbogen
hat ihn nicht minder hübsch auf's Kreuz gelogen!
          Da zuckte er. Dann nahm er all das Spektrum,
          zerknüllte es und schob es sich in's Rektum.
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Submitted: May 17, 2008
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Polytik, die Zweite. Ist mir ganz gut gelungen glaub' ich, hat aber noch ein paar unschöne Schmutzflecken.
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UH, scheiße, das BESTE was ich von Dir (je) gehört/lesen. Vor allem; In halb peripherer, vulgo betrunkener Laune, sprich Scheiße.

Und, das sehr wohl. Und darüber hinaus Mir das Wort: Leind.- neu erörtert. Fuck, genial: sternchen: *massakrier.

:smilie:
hah, gefällt mir gut ^^
vor allem das Ende hats mir angetan xD
Mehr mehr von solch faktisch ausgediegenen Rezensionen lesen will, der begebe sich auf We We We ah be ce De ...
Das erste Mehr ist ein Wer.
Poly, ich befördere dich hier noch in die DevArt "Most Discussed List"!

(Du darfst gerne alles löschen.)

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